Wir für Sie

Die Tücken des Billigstbieterprinzip

Kommentar von Michael Svoboda (Artikel erschienen im rationell reinigen Österreich 1.2020)

Liebe Innungsmitglieder,

liebe Autraggeber von Reinigungsdienstleistungen, immer mehr werden wir mit Meldungen über Firmen konfrontiert, die mit Diskontpreisen unter unmöglicher Kollektivvertragseinhaltung den Zuschlag für einen Auftrag erhalten. Wie ist so etwas möglich? Einige Beispiele:
– Billigstbieterprinzip ohne messbare Leistung, keine (Nach-)Kontrolle des Auftraggebers.
– Keine ausschreibungskonforme Ausübung der Tätigkeiten, Leistungen werden gekürzt.
– Falsch bemessener Personaleinsatz, Höchstwerte der Quadratmeterleistungen werden nicht eingehalten.
– Qualitätsverlust durch notwendige Stundenkürzung des Personals.
Die Quintessenz dessen sind unzufriedene Kunden, die nach einger Zeit und vielen vergeblichen Versuchen, Verbesserungen herbeizuführen, die Tätigkeiten wieder neu ausschreiben. Hoffentlich mit dem Gedanken, dass Billigstbieterprinzip in der Zukunft nicht mehr anzuwenden. Beziehungsweise nur dann, wenn auch die Möglichkeit der Überprüfung beziehungsweise die Messbarkeit der tatsächlichen Leistung möglich ist. Schließlich sollte die ausschreibende Stelle ihre eigenen Bedürfnisse, Qualitätsnormen und Werte berücksichtigen. Inbesondere ist es wichtig, den möglichen Auftragnehmer über die eigenen Qualitätsansprüche und die immer mehr gewünschte/geforderte soziale Verantwortung im Vorfeld zu informiern, die dann beim Auftraggeber zu erfüllen sind. Deshalb gilt es, die Einhaltung sämtlicher Normen und Gesetze, die soziale Verantwortung gegenüber unserem Personal und der Umwelt bei den ausschreibenden Stellen zu fordern. Die Bundesvergaberechtsnovelle 2018 sieht bereits vor, diese Qualitätskriterien verpflichtend bei Reinigungsdienstleistungen zu berücksichtigen. Es liegt letztendlich an den Auftraggebern, dies auch entsprechend qualitätsorientiert umzusetzen.

Ihr Michael Svoboda
Leiter Arbeitskreis Werbung und PR Landesinnung Niederösterreich