Wir für Sie

Kein Grund zum Aufregen

Kommentar von Landesinnungsmeister Franz J. Astleithner (Artikel erschienen im rationell reinigen Österreich 8/2018)

Liebe Innungsmitglieder,

Sie wissen, dass es mir immer um unsere Innungspolitik geht und es mir daher ein Anliegen ist, auch zu dem Thema Zwölf-Stunden-Arbeitstag und den unsachgemäßen Kritiken Stellung zu nehmen.

Wir Unternehmer stellen die Arbeitsplätze und den Wohlstand unserer Mitarbeiter sicher. Die zwölf Stunden Tagesarbeitszeit werden in erster Linie für die Industrie und nicht für Gewerbe und Handel eingeführt.

Die neue Regelung ist für die Mitarbeiter freiwillig und sichert zusätzlich die Arbeitsplätze des geschulten Personals und wird nur zu Spitzenzeiten zur Geltung kommen. Ist es doch so, dass in diesem Fall der Unternehmer auf seine eigenen Personalressourcen zurückgreifen kann und es nicht die Zeit erlaubt, Fremdpersonal extra einzuschulen. Für sämtliche Mitarbeiter, die sich für den Zwölf-Stunden-Arbeitstag bereitstellen, gibt es Zeitausgleich oder die Variante des Mehrstundenzuschlags.

Die Industrie hat sehr viele Mitarbeiter beschäftigt, die gerne für einen verlängerten Sommerurlaub in der Heimat zusätzliche Urlaubstage ansparen möchten. Hier müssten allerdings die Kollektivverträge entsprechend den Mehrstundenzuschlägen, die sonst spätestens nach 90 Tagen abgerechnet werden müssen, geändert werden. Ich selbst kann mich sehr gut daran erinnern, dass ich für Veranstaltungen, Außendiensttätigkeiten, Urlaubsvertretungen und die am Wochenende stattfindenden Meisterkurse im Minimum einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag als Angestellter hatte. Und ich war sicher nicht der Einzige! Für Fahrdienstbeschäftigte, für Krankenhaus- und Pflegepersonale, Ärzte, Apotheken, Exekutive, Bäcker und viele mehr, auf jeden Fall eine Vielzahl der selbstständig Erwerbstätigen und Bauern, ist der Zwölf-Stunden-Tag häufig ohnedies ganz normal. Die Aufregung kann ich nicht verstehen, ist es nur Panikmache?

Ich freue mich auf Ihre Meinung zu diesem Thema! Schreiben Sie bitte an: f.astleithner@fabachem.com

Ihr Landesinnungsmeister
Franz J. Astleithner